Zinsen auf einem Mietkautionssparbuch

Die häufigste Form der Mietkaution stellt noch immer das Mietkautionssparbuch dar. Da ein Mietkautionssparbuch wie jedes andere Sparbuch verzinst wird, stellt sich die Frage nach der Behandlung der entstehenden Zinsen.

Zinsen stehen dem Mieter zu

Bei einer Mietkaution handelt es sich um Gelder, die der Vermieter nur zur Sicherung eventuell entstehende Ansprüche verwahren darf, an denen er aber kein Eigentum erlangt und die er deshalb auch getrennt von seinem eigenen Vermögen anlegen muss. Daraus folgt, dass selbstverständlich die Zinsen, die im Laufe der Jahre auf dem Mietkautionskonto entstehen, dem Mieter zustehen. Allerdings hat der Mieter keinen Anspruch auf eine jährliche Auszahlung der Zinsen. Vielmehr erhöhen die Zinsen auf dem Mietkautionssparbuch während der Laufzeit des Mietvertrages die Sicherheit des Vermieters, stehen aber nach Auflösung des Mietvertrages und Freigabe der Kaution dem Mieter zu. Sofern die berechtigten Ansprüche des Vermieters allerdings den Kautionsbetrag übersteigen, darf der Vermieter neben dem Kautionsbetrag auch die Zinsen vereinnahmen.

Ein Mietkautionssparbuch kann auf zwei Arten angelegt werden: Der Mieter kann dem Vermieter die Kautionssumme überweisen oder bar gegen Quittung übergeben zur Anlage eines Mietkautionssparbuchs, oder er kann ein Sparbuch auf seinen Namen eröffnen, die Mietkaution dort einzahlen, das Sparbuch zu Gunsten des Vermieters verpfänden lassen und an den Vermieter übergeben. Die unterschiedlichen Anlageformen haben Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung der entstehenden Zinsen.

Steuerliche Unterschiede

Sofern der Mieter das Sparbuch in seinem Namen eröffnet hat, kann er der kontoführenden Bank einen Freistellungsauftrag übergeben und so dafür sorgen, dass von den Zinsen nicht die 25-prozentige Zinsabschlagssteuer (zzgl. Soli und Kirchensteuer) an das Finanzamt überwiesen wird. Wenn allerdings der Vermieter das Sparbuch angelegt hat, ist ein Freistellungsauftrag durch den Mieter nicht möglich, da das Sparbuch in diesem Fall auf den Namen des Vermieters lautet.

In diesem Fall ist der Vermieter verpflichtet, dem Mieter eine Bescheinung über die von der Bank einbehaltene Zinsabschlagssteuer auszustellen, die der Mieter dann mit der Steuerklärung dem Finanzamt vorlegen kann. Wenn der Bank bekannt ist, für welchen Mieter das Mietkautionssparbuch geführt wird, kann sie die Steuerbescheinigung auch direkt auf den Namen des Mieters ausstellen und sie dem Vermieter zur Weitergabe überlassen. Ein Freistellungsauftrag ist jedoch in keinem Fall möglich; nicht für den Vermieter, da es sich bei dem Kautionsbetrag nicht um sein Geld handelt und nicht für den Mieter, da das Sparbuch nicht auf seinen Namen lautet.

Sofern beim Mieter die Zinsobergrenze von Euro 801 für Alleinstehende beziehungsweise Euro 1.602 für Verheiratete nicht erreicht wurde, wird die Zinsabschlagssteuer dem Mieter dann im Rahmen des Jahresausgleichs erstattet.