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Was braucht man zum Ummelden? Unterlagen, Frist und Ablauf

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer
Was braucht man zum Ummelden? 

Nach dem Umzug bleiben nur zwei Wochen, um sich beim Bürgeramt anzumelden. Mitbringen muss man Ausweis, Wohnungsgeberbestätigung und meist ein Anmeldeformular – mehr ist es in den meisten Fällen nicht. Dieser Artikel zeigt, welche Unterlagen wirklich gebraucht werden, was bei Familien, Eigentümern und Vollmacht gilt und welche Pflichten dabei den Vermieter treffen.

Ummelden oder anmelden – was ist gemeint?

Im Alltag sagt man „ummelden“, das Gesetz kennt aber nur die Anmeldung der neuen Wohnung. Eine Abmeldung bei der alten Gemeinde ist seit 2015 nicht mehr nötig, wenn man innerhalb Deutschlands umzieht: Das neue Amt gibt die Daten automatisch weiter. Nur wer ins Ausland zieht oder eine Wohnung ganz aufgibt, ohne eine neue zu beziehen, muss sich abmelden.

Die Meldepflicht steht im Bundesmeldegesetz (BMG). Sie sorgt dafür, dass Behörden, Rentenversicherung, Finanzamt und Rundfunkbeitragsservice die aktuelle Adresse kennen.

Frist: zwei Wochen ab Einzug

Die Anmeldung muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug erfolgen (§ 17 Abs. 1 BMG). Die Frist gilt bundesweit einheitlich und hängt nicht von der Stadt ab. Wichtig:

  • Maßgeblich ist der tatsächliche Einzug, nicht der Beginn des Mietvertrags. Wer erst zwei Wochen nach Vertragsbeginn einzieht, hat entsprechend später Zeit.
  • Eine Anmeldung vor dem Einzug ist nicht möglich. Termine kann man aber schon vorher buchen.
  • Wer die Frist versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld kann bis zu 1.000 Euro betragen (§ 54 BMG). In der Praxis fällt es bei einer kurzen Verspätung meist deutlich niedriger aus oder bleibt ganz aus.

Diese Unterlagen braucht man zum Ummelden

1. Personalausweis oder Reisepass

Ein gültiges Ausweisdokument ist Pflicht. Der Personalausweis reicht aus. Bei einem Reisepass ohne Adressangabe stellt das Amt eine Meldebescheinigung aus; ein Ausweis mit alter Adresse bleibt gültig, die neue Anschrift wird vom Amt aufgeklebt oder gespeichert. Für Kinder braucht man deren Ausweis oder die Geburtsurkunde.

2. Wohnungsgeberbestätigung

Die Wohnungsgeberbestätigung bekommt man vom Vermieter. Sie enthält:

  • Name und Anschrift des Wohnungsgebers
  • Art des Vorgangs (Einzug) und das Einzugsdatum
  • Anschrift der Wohnung
  • Namen aller meldepflichtigen Personen

Ohne sie nimmt das Amt die Anmeldung in der Regel nicht an. Der Vermieter muss sie spätestens zwei Wochen nach dem Einzug ausstellen (§ 19 BMG). Verweigert er sie oder stellt sie falsch aus, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro, bei einer vorsätzlich falschen Bestätigung sogar bis zu 50.000 Euro. Lässt sich der Vermieter Zeit, genügt ein kurzer schriftlicher Hinweis auf diese Pflicht.

3. Anmeldeformular

Viele Ämter verlangen ein ausgefülltes Anmeldeformular. Es steht meist auf der Website der Stadt zum Download bereit, liegt aber auch im Bürgeramt aus. Wer es vorab zu Hause ausfüllt, spart Zeit am Schalter.

4. Weitere Unterlagen je nach Situation

  • Heirats- oder Scheidungsurkunde, wenn sich der Familienname geändert hat
  • Geburtsurkunde bei der Anmeldung von Neugeborenen
  • Vollmacht und Ausweiskopie, wenn jemand anderes die Anmeldung übernimmt
  • Einverständnis der Eltern, wenn ein Minderjähriger ohne beide Elternteile umzieht
  • Nachweis des Eigentums (z. B. Grundbuchauszug), wenn man in die eigene Wohnung zieht – hier ist der Eigentümer sein eigener Wohnungsgeber

Nicht nötig ist der Mietvertrag. Für die Anmeldung reicht die Wohnungsgeberbestätigung als Nachweis des Einzugs.

Wo und wie meldet man sich um?

Zuständig ist das Bürgeramt, Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro am neuen Wohnort. In größeren Städten braucht man einen Termin, der oft mehrere Wochen Vorlauf hat. Am besten bucht man ihn, sobald der Umzugstermin feststeht, damit die Zweiwochenfrist trotz Wartezeit eingehalten werden kann.

Online ummelden: Manche Städte bieten die digitale Anmeldung an, meist mit der eID-Funktion des Personalausweises und einem NFC-Smartphone oder Kartenlesegerät. Das Angebot unterscheidet sich je nach Gemeinde und Bundesland; oft gilt es nur bei Umzügen innerhalb derselben Stadt. Ob es klappt, steht auf der Seite des jeweiligen Bürgeramts.

Erst- und Zweitwohnsitz

Wer mehrere Wohnungen nutzt, muss auch die zweite anmelden. Der Hauptwohnsitz ist die Wohnung, in der man sich überwiegend aufhält. Für den Nebenwohnsitz gelten dieselbe Frist und dieselben Unterlagen. Viele Städte erheben dafür allerdings eine Zweitwohnungsteuer.

Was kostet die Ummeldung?

Die Anmeldung ist in den meisten Gemeinden kostenlos. Gebühren fallen nur für Zusatzleistungen an, etwa für eine erweiterte Meldebescheinigung (meist wenige Euro).

Was nach der Ummeldung zu erledigen ist

Das Amt gibt die neue Adresse an andere Behörden weiter, um vieles muss man sich aber selbst kümmern:

  • Kfz: Die Zulassungsbescheinigung Teil I muss auf die neue Adresse geändert werden, bei einem Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk in der Regel unverzüglich
  • Arbeitgeber, Banken, Versicherungen, Krankenkasse informieren
  • Strom, Gas, Internet ummelden bzw. neu abschließen
  • Rundfunkbeitrag: Die neue Anschrift melden, sofern sich die Beitragspflicht ändert
  • Nachsendeauftrag bei der Post einrichten

Hinweis für Vermieter

Wer vermietet, ist als Wohnungsgeber zur Mitwirkung verpflichtet. Praktisch heißt das:

  • Die Bestätigung nach dem Einzug fristgerecht und mit korrekten Angaben ausstellen
  • Nur dann bestätigen, wenn die Person tatsächlich einzieht – fingierte Anmeldungen sind eine Ordnungswidrigkeit
  • Auf Verlangen der Meldebehörde Auskunft geben, ob jemand tatsächlich bei einem eingezogen ist

Auch beim Auszug ist eine Bestätigung vorgesehen, wenn der Mieter sich nicht selbst abmeldet. Alle Angaben im Detail stehen im Beitrag zur Wohnungsgeberbestätigung.

Fazit

Für die Ummeldung genügen meist Ausweis, Wohnungsgeberbestätigung und Anmeldeformular. Entscheidend ist die Zweiwochenfrist ab Einzug: den Termin früh buchen und den Vermieter rechtzeitig um die Bestätigung bitten, dann dauert der Amtsbesuch oft nur wenige Minuten.

Quellen

  1. § 17 BMG – Anmeldung, Abmeldunggesetze-im-internet.de
  2. § 19 BMG – Mitwirkung des Wohnungsgebersgesetze-im-internet.de
  3. § 54 BMG – Bußgeldvorschriftengesetze-im-internet.de

Berater, Webentwickler und seit über 15 Jahren mit dem deutschen Mietkautionsmarkt vertraut. Gründer von mietkautionskonto.info und weiteren unabhängigen Portalen rund um die Mietkaution.