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DMK Deutsche Mietkaution: kostenloses Kautionskonto mit Zinsen im Check

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer

Ein Mietkautionskonto bei der Hausbank kostet in vielen Fällen eine Einrichtungsgebühr und bringt dafür Zinsen im Bereich der Nachkommastelle. Genau an diesem Punkt setzt ein neuer Anbieter an, der seit August 2026 am Markt ist.

DMK Deutsche Mietkaution führt das Kautionskonto kostenfrei und wirbt mit bis zu 2 Prozent Zinsen. Diese Seite ordnet ein, was hinter der Zahl steht, wer die Kaution verwahrt und für wen das Konto passt.

Was die DMK ist

Die DMK Deutsche Mietkaution GmbH aus Karlsruhe ist keine Bank, sondern eine Plattform, die Kautionskonten vermittelt und deren Verwaltung digital abbildet. Geführt werden die Konten bei der Baader Bank AG in Unterschleißheim; für die Wertpapierseite handelt die DMK als vertraglich gebundener Vermittler nach § 3 Abs. 2 WpIG im Auftrag der DonauCapital Wertpapier GmbH.

Hinter dem Unternehmen stehen dieselben drei Gründer wie hinter dem Robo-Advisor Oskar.de — Dominik Nienhaus, Jens Ohr und Peter Schille — und derselbe Standort Karlsruhe. Auch die Konstruktion ist die aus dem Anlagegeschäft bekannte: Plattform vorn, Baader Bank als kontoführendes Institut dahinter.

Angesprochen werden Mieter, private und gewerbliche Vermieter. Das Angebot für Hausverwaltungen und Groß­vermieter ist nach Angaben des Anbieters derzeit nur auf Anfrage verfügbar, der reguläre Start dafür ist für Ende 2026 angekündigt.

Konditionen im Überblick

Position Kosten
Kontoeröffnung 0,00 €
Kontoführung 0,00 €
Ein- und Auszahlungen 0,00 €
Depotbereitstellung 0,00 €
Zins erste 6 Monate 2,00 % p. a.
Zins danach 1,00 % p. a., variabel
Vertraglich zugesicherter Mindestzins 0,01 % p. a.
Wertpapierhandel über gettex oder Baader OTC 0,00 €
Transaktionsentgelt DMK je Kauf oder Verkauf 9,00 €

Für Mieter wie für Vermieter fallen keine Kontogebühren an. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Klassische Institute verlangen für ein Kautionskonto verbreitet eine einmalige Einrichtungsgebühr, teils bis rund 25 Euro. Wie sich der Anbieter finanziert, benennt er selbst — über einen einbehaltenen Teil der Zinsmarge.

Die Verzinsung — und was von den 2 Prozent bleibt

Die beworbenen 2,00 Prozent sind ein Aktionszins für die ersten sechs Monate. Danach gelten 1,00 Prozent, ausdrücklich variabel. Vertraglich zugesichert ist im Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand Juni 2026) allein ein Mindestzins von 0,01 Prozent p. a. Zwischen Werbeaussage und Zusicherung liegen damit zwei Größenordnungen.

Was das über eine typische Mietdauer bedeutet, zeigt eine Kaution von 1.200 Euro über drei Jahre:

  • nach aktuellem Modell (6 Monate 2 Prozent, danach 1 Prozent): rund 42 Euro
  • bei durchgehend 2 Prozent, wie die Werbung nahelegt: rund 72 Euro
  • zum aktuellen Marktzins für Einlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist von 0,71 Prozent (Bundesbank, Stand 31. Juli 2026): rund 26 Euro
  • beim zugesicherten Mindestzins von 0,01 Prozent: rund 0,36 Euro

Der Vergleichsmaßstab in der Mitte ist der entscheidende: § 551 Abs. 3 BGB verlangt die Anlage zum für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz. Solange die DMK bei 1,00 Prozent bleibt, liegt sie darüber. Fällt der variable Zins, wird die Frage relevant, ob die gesetzlich geschuldete Verzinsung noch erreicht wird — und das ist eine Frage, die den Vermieter betrifft, der die Anlageform mitträgt. Wer das Konto wählt, sollte den Zinssatz deshalb nicht als dauerhaft gesetzt betrachten, sondern gelegentlich prüfen.

Die Zinsen werden quartalsweise gutgeschrieben und stehen dem Mieter zu. Sie sind steuerpflichtige Kapitalerträge; ein Freistellungsauftrag ist sinnvoll, Steuerbescheinigungen stellt der Anbieter im Mieterportal bereit.

Wer die Kaution verwahrt

Das Geld liegt nicht bei der DMK, sondern bei der Baader Bank AG — einer börsennotierten Vollbank unter BaFin-Aufsicht, die das Führen von Konten für Partner ohne eigene Banklizenz als Geschäftsfeld betreibt. Erkennbar ist das an der IBAN, am Kontoauszug und am Informationsbogen für den Einleger: Dort steht die Baader Bank, nicht der Anbieter.

Die Rollen verteilen sich damit so:

  • DMK: Vertragsstrecke, Legitimation, Portal, Verpfändung, Auszahlungsprozess
  • Baader Bank: Kontoführung, Verwahrung, Verzinsung, Einlagensicherung
  • Mieter: bleibt wirtschaftlich Berechtigter des Guthabens

Ablauf

  1. Mieter oder Vermieter starten die Kontoeröffnung; der Vermieter gibt dafür lediglich E-Mail-Adresse des Mieters und Kautionssumme an.
  2. Der Mieter legitimiert sich online, die Strecke läuft nach Anbieterangabe zu 100 Prozent digital, ohne Filialtermin.
  3. Die Kaution wird eingezahlt; der Vermieter erhält eine Benachrichtigung, sobald das Geld eingegangen ist — der Abgleich von Kontoauszügen vor der Schlüsselübergabe entfällt.
  4. Zum Mietende gibt der Vermieter die Summe oder einen Teilbetrag im Dashboard frei, die Auszahlung an den Mieter erfolgt daraufhin automatisch.

Mieter und Vermieter haben getrennte Zugänge. Vermieter mit mehreren Objekten verwalten beliebig viele Konten über einen Login.

Anlage in Geldmarkt-ETFs

Als Option ist die Anlage der Kaution in Geldmarkt-ETFs angekündigt, zum Stand dieser Prüfung mit dem Hinweis „coming soon“ — nutzbar ist sie also noch nicht. Die Preise stehen bereits fest: Depotbereitstellung und der Handel über gettex oder Baader OTC kosten nichts, die DMK berechnet dem Mieter jedoch 9,00 Euro je Kauf- und je Verkaufstransaktion.

Zwei Einschränkungen sind dabei zu bedenken. Erstens ist die Rechnung bei kleinen Kautionen schnell ungünstig: 18 Euro für Kauf und Verkauf sind bei 1.200 Euro Kaution bereits 1,5 Prozent, die die Mehrrendite gegenüber dem Kautionskonto erst einspielen muss. Zweitens ist eine von der Spareinlage abweichende Anlageform nach § 551 Abs. 3 BGB nur mit Zustimmung des Vermieters möglich — und Geldmarktfonds schwanken zwar wenig, sind aber keine Einlage und nicht von der Einlagensicherung erfasst. Ausführlich dazu: Mietkautionsdepot.

Für wen sich das lohnt — und für wen nicht

Sinnvoll bei

  • einzelnen Mietverhältnissen, bei denen weder Mieter noch Vermieter einen Filialtermin machen wollen
  • Mietern, denen die Verzinsung wichtig ist — 1 Prozent liegt spürbar über dem, was Sparkassen und Filialbanken für Kautionskonten zahlen
  • privaten Vermietern mit einer Handvoll Wohnungen, die alle Kautionen in einer Oberfläche sehen wollen
  • allen, für die eine Kautionsbürgschaft mit 4 bis 5 Prozent Jahresgebühr zu teuer ist und die die Kaution ohnehin liquide haben

Weniger geeignet für

  • Hausverwaltungen und größere Bestände — dieses Angebot startet erst Ende 2026 und ist derzeit nur auf Anfrage zu haben. Für Bestände ist heute Getmomo die eingeführtere Adresse.
  • Mieter, die die Kaution nicht aufbringen können; für sie ist eine Bürgschaft trotz der Kosten die einzige Lösung.
  • Vermieter, die auf eine Anlage bei der eigenen Hausbank festgelegt sind.
  • alle, die eine über Jahre fest zugesagte Verzinsung erwarten — zugesichert sind 0,01 Prozent.

Einordnung

Das Angebot trifft eine reale Lücke: Ein kostenfreies, vollständig digitales Kautionskonto, das Mietern und Vermietern gleichermaßen offensteht und dabei mehr als symbolische Zinsen zahlt, gibt es bislang kaum. heykaution und Smartmiete richten sich an Vermieter und zahlen keine oder kaum Zinsen; die Filialbanken nehmen Gebühren. Die Baader Bank im Hintergrund ist ein solider Rahmen, die Rollenverteilung sauber getrennt.

Zwei Dinge gehören in die Prüfung. Der Zins ist variabel und nur mit 0,01 Prozent untersetzt — die 2 Prozent sind ein Halbjahresangebot, nicht die Rendite über die Mietdauer. Und das Produkt ist neu: Der Marktstart war im August 2026, Erfahrungswerte zu Auszahlungsdauer, Erreichbarkeit und Streitfällen gibt es noch nicht. Wer heute abschließt, tut das ohne diese Basis — bei einem Konto, das gebührenfrei und jederzeit wechselbar ist, ist das ein überschaubares Risiko.

Wie die Kaution unabhängig vom Anbieter rechtlich anzulegen ist, steht unter Kautionskonto für Vermieter. Weitere Konten im Mietkautionskonto-Vergleich.

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Gebührenfrei für Mieter und Vermieter, Konten bei der Baader Bank, Eröffnung ohne Filialtermin

  • Eröffnung, Kontoführung, Ein- und Auszahlungen: 0,00 €
  • 2,00 % p. a. in den ersten 6 Monaten, danach 1,00 % variabel
  • Zinsen quartalsweise gutgeschrieben – sie stehen dem Mieter zu
  • Konten bei der Baader Bank AG, gesetzliche Einlagensicherung
  • Für Mieter und Vermieter – beliebig viele Konten über einen Zugang

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Unternehmensdaten

Daten zum Anbieter
Anbieter: DMK Deutsche Mietkaution GmbH
Anschrift: Karl-Friedrich-Straße 22, 76133 Karlsruhe
Gegründet: Oktober 2025, Marktstart August 2026
Geschäftsführung: Dominik Nienhaus, Jens Ohr, Peter Schille
Register: Amtsgericht Mannheim, HRB 756447
USt-IdNr.: DE459019060
Status: vertraglich gebundener Vermittler nach § 3 Abs. 2 WpIG für die DonauCapital Wertpapier GmbH, BaFin-Vermittlerregister 80182977
Kontoführende Bank: Baader Bank AG, Unterschleißheim
Web: miet-kaution.de

Konditionen, Gebühren und Unternehmensdaten stammen aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis mit Stand Juni 2026 sowie der Anbieterwebsite, geprüft am 31. August 2026. Der Zinssatz ist variabel und kann sich jederzeit ändern. Die Konditionen für Hausverwaltungen werden nicht öffentlich ausgewiesen und konnten nicht überprüft werden.

Quellen

  1. DMK Deutsche Mietkaution – Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand Juni 2026 (V1)miet-kaution.de
  2. DMK Deutsche Mietkaution – Konditionen, Ablauf und FAQmiet-kaution.de
  3. DMK Deutsche Mietkaution – Impressum und Angaben zum gebundenen Vermittlermiet-kaution.de
  4. Deutsche Bundesbank – Zinssätze für Einlagen mit Kündigungsfrist bis 3 Monate, Stand 31.07.2026bundesbank.de
  5. Baader Bank AG – Einlagensicherung und Informationsbogen für den Einlegerbaaderbank.de
  6. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de
  7. § 8 EinSiG – Deckungssumme der gesetzlichen Einlagensicherunggesetze-im-internet.de

Berater, Webentwickler und seit über 15 Jahren mit dem deutschen Mietkautionsmarkt vertraut. Gründer von mietkautionskonto.info und weiteren unabhängigen Portalen rund um die Mietkaution.