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heykaution Mietkautionskonto: Kosten, Zinsen und Ablauf

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer

heykaution ist ein digitales Mietkautionskonto der plusForta GmbH für private Vermieter: online eröffnen, per Video-Ident bestätigen, die Kaution des Mieters darauf verwahren. Für Vermieter wie Mieter kostenlos. Der Preis dafür sind Zinsen, die praktisch bei null liegen.

Die kurze Antwort

  • Kostenlos für beide Seiten: keine Eröffnungs- und keine Kontoführungsgebühr. Der Anbieter finanziert sich über die Zinsmarge.
  • Treuhänderisch getrennt vom Vermögen des Vermieters, wie § 551 Abs. 3 BGB es verlangt.
  • Anbieter ist die plusForta GmbH, ein Unternehmen der Aareal Bank. Das Konto führt die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG.
  • Einlagensicherung nach Angabe des Anbieters bis 100.000 Euro je Mieter.
  • Zinsen kaum vorhanden: Der Anbieter nennt keinen festen Satz, Drittangaben liegen bei 0 bis 0,1 % pro Jahr.
  • Nur für private Vermieter. Unternehmen und gewerbliche Vermieter sind ausgeschlossen. Den Antrag stellt immer der Vermieter, nie der Mieter.

Was das Gesetz vom Vermieter verlangt

Wer als Vermieter eine Barkaution entgegennimmt, hat Pflichten aus § 551 Abs. 3 BGB:

„Der Vermieter hat eine ihm als Sicherheit überlassene Geldsumme bei einem Kreditinstitut zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anzulegen. […] In beiden Fällen muss die Anlage vom Vermögen des Vermieters getrennt erfolgen und stehen die Erträge dem Mieter zu.“

Die Trennung ist keine Formalie: Nur sie hält die Kaution im Insolvenzfall aus der Masse heraus. Der Mieter kann sie dann nach § 47 InsO aussondern. Liegt das Geld auf dem privaten Konto des Vermieters, ist dieser Schutz weg.

Und der Mieter kann die ordnungsgemäße Anlage erzwingen: Bis zum Nachweis darf er nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die laufende Miete zurückbehalten (Urteil vom 13. Oktober 2010, VIII ZR 98/10).

Diese Pflichten nimmt ein Treuhandkonto dem Vermieter ab, einschließlich der Zins- und Steuerabrechnung, die sonst von Hand zu erstellen wäre.


So funktioniert heykaution

  1. Registrierung online: Der Vermieter legt das Konto in wenigen Minuten an und trägt Objekt und Mieter ein.
  2. Video-Ident: Der Vermieter bestätigt seine Identität per Video, ein Filialtermin ist nicht nötig.
  3. IBAN an den Mieter: Der Vermieter gibt die Kontoverbindung weiter, der Mieter überweist die Kaution darauf.
  4. Verwaltung während der Mietzeit: Die Verzinsung wird dem Mieter zugewiesen, die Zins- und Steuerberechnung übernimmt der Anbieter automatisch.
  5. Nach Mietende: Der Vermieter gibt die Kaution online frei und zahlt sie aus, gegebenenfalls unter Abzug berechtigter Forderungen.

Weil das Konto auf den Vermieter läuft und als Treuhandkonto geführt wird, ist keine Verpfändung nötig. Das unterscheidet es vom Mietkautionssparbuch, das der Mieter anlegt und an den Vermieter verpfänden muss.

Ob und wie der Mieter die Kaution in Raten zahlen kann, wie § 551 Abs. 2 BGB es erlaubt, ist bei heykaution nicht ausdrücklich beschrieben. Das sollten Vermieter und Mieter vor der Eröffnung klären.


Zinsen: der Haken an „kostenlos“

Kostenlos heißt bei einem Treuhandkonto: Der Anbieter behält die Differenz zwischen dem, was die Bank für die Einlagen zahlt, und dem, was dem Mieter gutgeschrieben wird. Auf der Anbieterseite steht kein fester Zinssatz. Drittangaben, etwa in Vergleichen zu Kautionskonten, nennen 0 bis 0,1 % pro Jahr, variabel. Das Gesetz verlangt nur den „üblichen“ Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist (§ 551 Abs. 3 BGB), und der liegt seit Jahren nahe null.

Was das in Euro bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel:

Kaution Zins Ertrag nach 3 Jahren
2.400 € 0,1 % p. a. ca. 7 €
2.400 € 1 % p. a. ca. 72 €
2.400 € 2 % p. a. ca. 144 €

Vereinfachte Rechnung ohne Zinseszins und Steuer.

Für den Vermieter ist das unerheblich, die Erträge stehen ohnehin dem Mieter zu. Für Mieter ist es ein Nachteil gegenüber Konten, die höher verzinsen. Wer die Wahl hat, vergleicht in der Übersicht der Kautionskonten oder im Detailvergleich heykaution gegen Deutsche Mietkaution. Der aktuelle Zinssatz sollte vor Abschluss direkt beim Anbieter erfragt werden.


Was hinter dem Angebot steht

Anbieter ist die plusForta GmbH in Düsseldorf. Sie gilt nach eigenen Angaben als Urheberin der ersten Mietkautionsbürgschaft in Deutschland (2009) und betreut nach eigener Darstellung mehr als 100.000 Kunden. Sie betreibt daneben kautionsfrei.de und heysafe, in dem die frühere Marke Kautionsfuchs aufgegangen ist. Zudem ist heykaution Kooperationspartner des Haus & Grund Verlags.

plusForta gehört zur Aareal Bank, tritt aber als eigenes Unternehmen auf. Das Konto selbst führt plusForta nicht: Kontoführende Bank ist die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG. Für die Einlagensicherung ist das der relevante Punkt. Nach Angabe des Anbieters sind bis zu 100.000 Euro je Mieter gesichert.


Was Mieter wissen sollten

Da nur der Vermieter das Konto eröffnet, hat der Mieter wenig Einfluss auf den Anbieter. Er kann aber Wichtiges verlangen:

  • Bestätigung der Bank oder des Anbieters, dass ein Treuhandkonto besteht und die Kaution getrennt vom Vermögen des Vermieters liegt.
  • Jährliche Zinsbescheinigung, die auch für die Steuererklärung nötig ist.
  • Auszahlung nach Mietende ohne Verzögerung. Wie lange der Vermieter dafür berechtigt ist, steht unter Mietkaution Rückzahlung.

Wer die Kaution lieber selbst anlegt, wählt ein Konto auf seinen Namen mit Verpfändung. Das geht bei heykaution nicht.


Für wen sich das eignet

  • Private Vermieter von Wohnungen, Häusern oder Garagen, die keinen Filialtermin und keine eigene Zinsabrechnung wollen. Der Anbieter wirbt auch mit der zentralen Verwaltung mehrerer Objekte.
  • Bestandsmietverhältnisse mit Kaution auf dem privaten Konto: Ob sich die bestehende Kaution übertragen lässt, klärt man vorab beim Anbieter.
  • Nicht geeignet für Unternehmen und gewerbliche Vermieter, und für Mieter, die die Kaution selbst anlegen und verpfänden wollen.

Vermieter mit mehreren Objekten vergleichen die Verwaltungsoberflächen der Anbieter. Eine Alternative mit demselben Ansatz ist Smartmiete:

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Angaben zum Stand September 2026, vor Abschluss beim Anbieter zu prüfen.

Häufige Fragen zu heykaution

Was kostet heykaution?

Für Vermieter und Mieter nichts. Es gibt weder eine Eröffnungsgebühr noch eine Kontoführungsgebühr. Der Anbieter finanziert sich über die Zinsmarge auf die Einlagen.

Wie hoch sind die Zinsen bei heykaution?

Sehr niedrig. Der Anbieter nennt auf seiner Website keinen festen Satz; Drittangaben liegen bei 0 bis 0,1 % pro Jahr. Bei 2.400 Euro Kaution sind das im Jahr höchstens ein paar Euro. Den aktuellen Satz nennt der Anbieter auf Nachfrage.

Kann auch ein Mieter das Konto eröffnen?

Nein. Das Konto wird vom Vermieter eröffnet und läuft als Treuhandkonto auf seinen Namen. Der Mieter überweist die Kaution auf die vom Vermieter mitgeteilte IBAN.

Ist die Kaution bei heykaution geschützt, wenn der Vermieter insolvent wird?

Ja, sofern das Konto als Treuhandkonto geführt wird. Die Kaution ist dann vom Vermögen des Vermieters getrennt und nach § 47 InsO aussonderbar. Zusätzlich gilt die Einlagensicherung der Volksbank, nach Angabe des Anbieters bis 100.000 Euro je Mieter.

Ist heykaution auch für Firmen und Gewerbevermieter geeignet?

Nein. Das Angebot richtet sich an private Vermieter von Wohnungen, Häusern und Garagen. Unternehmen und gewerbliche Vermieter sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Quellen

  1. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de
  2. § 47 InsO – Aussonderunggesetze-im-internet.de
  3. BGH, Urteil vom 13. Oktober 2010 – VIII ZR 98/10 (Zurückbehaltungsrecht bis zur insolvenzfesten Anlage)dejure.org
  4. § 8 EinSiG – Deckungssumme der gesetzlichen Einlagensicherunggesetze-im-internet.de
  5. heykaution – Angebot für Vermieter (Anbieterseite, Stand September 2026)heykaution.de
  6. Haus & Grund Verlag – Kooperationspartner heykautionhaus-und-grund.com
  7. Mietkautionskonto-Vergleich 2026 (heykaution, Kosten und Zinsniveau)heykaution.de

Berater, Webentwickler und seit über 15 Jahren mit dem deutschen Mietkautionsmarkt vertraut. Gründer von mietkautionskonto.info und weiteren unabhängigen Portalen rund um die Mietkaution.