Eine Hausverwaltung mit hundert Einheiten führt schnell hundert Kautionskonten — jedes einzeln bei der Bank eröffnet, jedes mit eigenem Auszug, jedes beim Mieterwechsel neu anzulegen. Genau dieser Aufwand ist der Grund, warum Kautionskonten in der Verwaltungspraxis als lästig gelten.

Getmomo ist eine Berliner Banking-Plattform, die diesen Teil digitalisiert. Diese Seite ordnet ein, was die Plattform leistet, was sie kostet, für wen sie gedacht ist — und was aus der früheren Kautionsbürgschaft für Mieter geworden ist.

Was Getmomo ist

Getmomo ist keine Bank, sondern eine cloudbasierte Plattform, die bankseitige Prozesse für Immobilienverwaltungen abbildet: Treuhand-, Zahlungsverkehrs- und Rücklagenkonten von der Mietkaution bis zum WEG-Konto. Die Konten selbst werden bei deutschen Partnerbanken geführt.

Zielgruppe sind gewerbliche Hausverwaltungen und Wohnungsgesellschaften, nicht der private Vermieter mit einer Eigentumswohnung. Nach Angaben des Anbieters nutzen mehrere hundert Hausverwaltungen die Plattform.

Die Produkte

Produkt Zweck Kosten
Mietkautionskonto Treuhandsammelkonto für die Abwicklung von Mietkautionen, digitale Eröffnung, Echtzeit-Auszüge kostenfrei
Mietkonten Sonder­eigentums- und Mietverwaltung; ein Sammelkonto mit einer eigenen virtuellen IBAN je Eigentümer statt vieler Einzelkonten monatliche Pauschale
WEG-Konten Hausgeld- und Rücklagenkonten auf den Namen der Eigentümergemeinschaft (Eigenkonten) Rücklagenkonten kostenfrei, Hausgeldkonten Pauschale
WEG-Kredite Finanzierungsvermittlung für Eigentümergemeinschaften über ein Partnerbanken-Netzwerk Anfrage über die Plattform

Der Punkt, der die Plattform von einer gewöhnlichen Bankverbindung unterscheidet, ist die virtuelle IBAN je Eigentümer: Eingehende Zahlungen ordnen sich damit automatisch zu, ohne dass jemand Verwendungszwecke abgleicht. Für die Mietkaution gilt dasselbe Prinzip über das Treuhandsammelkonto.

Ein Sammelkonto entbindet nicht von § 551 Abs. 3 BGB. Die Kaution muss vom Vermögen des Vermieters getrennt und verzinst angelegt werden – ein echtes Treuhandkonto erfüllt das, ein normales Geschäftskonto nicht. Wer die Konstruktion übernimmt, sollte sich die Treuhandabrede und die Zinsgutschrift je Mieter vom Anbieter schriftlich geben lassen.

Konditionen

  • Kautionskonten und WEG-Rücklagenkonten: kostenfrei. Die Rücklagen sind täglich verfügbar und werden variabel verzinst.
  • Hausgeld- und Mietkonten: monatliche Pauschale, deren Höhe sich nach der Bestandsgröße richtet und im Gespräch festgelegt wird — ein öffentlicher Preis existiert nicht.
  • Empfohlen ab rund 50 Einheiten oder 50.000 Euro Kautionsvolumen. Darunter lohnt der Umstieg nach Anbieterangabe nicht.
  • Objektübernahmen ab 10 Einheiten sind kostenfrei, ebenso der Umzugsservice, der bestehende Kautionsbestände auf Basis der vorhandenen Mieterdaten überträgt.

Tipp: Pauschale auf die Einheiten berechnen und gegen die bisherigen Kontoführungsgebühren stellen.

Partnerbank und Einlagensicherung

Neue Konten werden über die Hamburg Commercial Bank (HCOB) eröffnet — mit rund 28 Milliarden Euro Bilanzsumme eine der 50 größten Banken Deutschlands. Für die Sicherheit der Einlagen heißt das:

  • gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Einleger,
  • darüber hinaus der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, für natürliche Personen derzeit bis 3 Millionen Euro je Gläubiger, ab dem 1. Januar 2030 bis 1 Million Euro.

Entscheidend ist, worauf sich diese Grenzen bei einem Sammelkonto beziehen — und das ist nicht der Kontostand. Bei einem Treuhandsammelkonto wird die Einlagensicherung je Treugeber betrachtet, also je Mieter, nicht auf das Sammelkonto als Ganzes. Jeder Mieter ist damit einzeln bis 100.000 Euro gesetzlich gesichert; bei WEG-Konten gilt das entsprechend je Eigentümer.

Rechtlicher Anker ist § 7 Abs. 4a EinSiG: Handelt der Kontoinhaber für Rechnung eines Dritten, ist für die Deckungssumme auf diesen Dritten abzustellen — vorausgesetzt, das Konto ist als offenes Treuhandkonto gekennzeichnet und das Treuhandverhältnis wird nachgewiesen. Für die Verwaltung heißt das praktisch: Die Liste der wirtschaftlich Berechtigten muss bei der Bank aktuell gehalten werden, sonst greift die Zurechnung je Mieter nicht. Maßgeblich sind im Übrigen die Sicherungsbedingungen der HCOB und der angeschlossenen Sicherungssysteme.

Die Rechenzentren stehen nach Anbieterangaben in Deutschland.

Antragsstrecke und Schnittstellen

Konten werden digital beantragt, die Legitimation läuft online, ganze Bestände lassen sich gesammelt eröffnen. Für die Anbindung an vorhandene Software nennt der Anbieter drei Wege:

  • EBICS — Anbindung der Partnerbank-Konten an die bestehende Bankingsoftware, kompatibel unter anderem mit StarMoney, Profi cash, SFirm und Windata, mit individuell festlegbaren Freigaberechten.
  • Direktintegrationen in Verwaltungssysteme: DOMUS/fluks, EverReal und Villa; weitere sind nach Anbieterangabe in Arbeit.
  • Offene API für eigene Anwendungen, kostenfrei.

Für eine Verwaltung ist das der eigentliche Prüfpunkt: Ohne Anbindung an das eingesetzte Verwaltungssystem verlagert eine Banking-Plattform den manuellen Aufwand nur, statt ihn abzubauen.

Was aus der Kautionsbürgschaft geworden ist

Getmomo startete 2021 auch mit einer Mietkautionsbürgschaft für Mieter — damals rund 5,5 Prozent der Kautionssumme, gestellt über Partnerbanken. Dieses Geschäft wurde aufgegeben: Laut GetMomo (Stand Juli 2026) wird die Bürgschaft Neukunden nicht mehr angeboten. Bestehende Bürgschaften laufen unverändert weiter und werden weiter betreut.

Aktuelle Anbieter von Bürgschaften stehen im Mietkautionsbürgschaft Vergleich.

Für wen sich das lohnt — und für wen nicht

Sinnvoll bei

  • Hausverwaltungen ab etwa 50 Einheiten, bei denen Kontoeröffnungen und Zahlungszuordnung laufend Arbeitszeit binden
  • gemischten Beständen aus Miet-, WEG- und Kautionskonten, die heute über mehrere Banken verstreut sind
  • Verwaltungen, die DOMUS/fluks, EverReal oder Villa einsetzen und die Bankseite direkt anbinden wollen
  • Beständen, bei denen die Bankgebühren spürbar zu Buche schlagen — Kautions- und Rücklagenkonten sind kostenfrei

Nicht die richtige Adresse für

  • private Vermieter mit ein bis drei Wohnungen. Die Plattform ist auf Bestände ausgelegt; unterhalb von rund 50 Einheiten empfiehlt der Anbieter den Umstieg selbst nicht. Für diesen Fall führt der Mietkautionskonto-Vergleich die passenden Anbieter, etwa heykaution oder Smartmiete.
  • Mieter, die eine Bürgschaft suchen. Das Neugeschäft wurde eingestellt.
  • Verwaltungen, die ihre Konten bewusst bei der Hausbank bündeln, etwa wegen bestehender Kreditlinien

Einordnung

Getmomo bearbeitet einen realen Engpass: Kautions- und WEG-Konten sind in der Verwaltung der Teil, den klassische Banken am schlechtesten digitalisiert haben. Kostenfreie Kautions- und Rücklagenkonten, digitale Sammel­eröffnung und die Anbindung an gängige Verwaltungssoftware sind ein stimmiges Paket für Bestände ab der genannten Größenordnung.

Zwei Dinge gehören in die Prüfung: die Preisgestaltung für Hausgeld- und Mietkonten, die nur individuell genannt wird und ohne die sich ein Vergleich mit den heutigen Kontogebühren nicht rechnen lässt, und die Kennzeichnung als offenes Treuhandkonto nebst gepflegter Liste der wirtschaftlich Berechtigten — daran hängt, dass die Einlagensicherung je Mieter greift und nicht je Konto.

Wie die Kaution rechtlich anzulegen ist, unabhängig vom Anbieter, steht unter Kautionskonto für Vermieter.

Mietkautionen digital verwalten – für Hausverwaltungen

Kostenfreies Treuhand-Sammelkonto, digitale Kontoeröffnung, Integrationen in gängige Verwaltungssoftware

  • Kostenfreies Treuhand-Sammelkonto für Mietkautionen
  • Digitale Eröffnung & Echtzeit-Auszüge
  • Kostenfreier Umzugsservice für bestehende Kautionsbestände
  • Integrationen: DOMUS, EverReal, EBICS & offene API
  • Konten bei der Hamburg Commercial Bank (HCOB)

✔ Deutsche Partnerbank · ✔ Einlagensicherung · ✔ Empfohlen ab ~50 Einheiten

Getmomo kennenlernen →

Unternehmensdaten

Daten zum Anbieter
Anbieter: Getmomo Financial GmbH
Anschrift: Oranienstraße 6, 10997 Berlin
Gegründet: 2021
Geschäftsführung: Marcel Nicolas Meitza
Register: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRB 211213 B
Erlaubnis: Darlehensvermittlung nach § 34c GewO
Kontoführende Bank: Hamburg Commercial Bank AG
Web: getmomo.de

Angaben zu Produkten, Konditionen, Partnerbank und Unternehmensdaten stammen aus Daten des Anbieters mit Stand Juli 2026. Die Konditionen für Hausgeld- und Mietkonten werden nicht öffentlich ausgewiesen und konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Quellen

  1. Getmomo Faktenblatt „Banking für die Immobilienverwaltung“, Stand Juli 2026getmomo.de
  2. Getmomo – Kundenzufriedenheit, Methodik und NPS-Zeitreihegetmomo.de
  3. Hamburg Commercial Bank – Einlagensicherunghcob-bank.com
  4. § 7 Abs. 4a EinSiG – Deckungssumme bei offenen Treuhandkontengesetze-im-internet.de
  5. Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken – Schutzgrenzeneinlagensicherungsfonds.de
  6. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de