DKB Vermieterpaket eingestellt – Smartmiete als smarte Alternative für Mietkautionskonten
Die DKB war jahrelang die naheliegende Adresse für Vermieter, die ein Kautionskonto ohne Filialtermin wollten. Damit ist es vorbei. Auf die Frage, wie sich ein Mietkautionskonto eröffnen lässt, antwortet die Bank heute selbst:
„Aktuell bieten wir keinen Neuabschluss von Mietkautionskonten oder Mietavalen an.“
Was das für bestehende Konten bedeutet, was beim nächsten Mieterwechsel zu tun ist und welche Alternativen taugen – der Reihe nach.
Inhalt
Was genau eingestellt wurde
Betroffen sind drei Angebote, die zusammengehörten:
- Das Vermieterpaket – das Bündel aus Mietkonto und Kautionskonten für Vermieter, das über die Verwalterplattform bedient wurde.
- Das Mietkautionskonto für Mieter. Im Finanzwissen der Bank heißt es dazu: „Wir haben unser Mietkautionskonto eingestellt und bieten es ab sofort nicht mehr an.“
- Das Mietaval, die Bankbürgschaft, mit der Mieter die Barkaution ersetzen konnten.
Ein Einstellungsdatum nennt die DKB nicht. Branchenberichte datieren das Ende des Vermieterpakets auf den Jahreswechsel 2024/2025, die Neueröffnung klassischer Kautionskonten lief danach aus. Wir haben kein Dokument der Bank gefunden, das ein Datum belegt – deshalb steht hier keines.
Was mit bestehenden Konten passiert
Bestandskunden müssen nichts unternehmen. Bestehende Konten bleiben aktiv und werden weitergeführt, bis das Mietverhältnis endet und die Kaution abgerechnet ist. Änderungen an vorhandenen Kautionskonten laufen weiter über die Verwalterplattform der Bank.
Der Haken zeigt sich erst beim nächsten Mieterwechsel: Für den neuen Mieter lässt sich kein Konto mehr eröffnen. Wer mehrere Einheiten verwaltet, bekommt damit über die Zeit einen gemischten Bestand – alte Kautionen bei der DKB, neue anderswo. Das ist der eigentliche Grund, sich jetzt und nicht erst beim Auszug um eine Alternative zu kümmern.
Was das Gesetz verlangt – unabhängig von der Bank
Die Anforderungen ändern sich durch den Wegfall eines Anbieters nicht. § 551 Abs. 3 BGB verlangt:
- Anlage bei einem Kreditinstitut zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz; eine andere Anlageform können die Parteien vereinbaren,
- in jedem Fall getrennt vom Vermögen des Vermieters,
- die Erträge stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit.
Wer die Kaution übergangsweise auf dem eigenen Girokonto parkt, verstößt gegen die Trennungspflicht – und verliert den Insolvenzschutz, der genau daran hängt. Das ist keine Formalie: Nur die getrennte Anlage hält die Kaution aus der Masse heraus, wenn es beim Vermieter eng wird.
Die Alternativen im Überblick
| Lösung | Für wen | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Kautionskonto bei der Hausbank (Sparkasse, Volksbank, Filialbank) | Vermieter mit bestehender Bankverbindung | Kontoführungsgebühren sind verbreitet; Termin vor Ort meist nötig |
| Digitales Kautionskonto (z. B. Smartmiete über die Instabank) | private Vermieter mit einer bis wenigen Einheiten | offenes Treuhandkonto, Verzinsung 0,1 %, derzeit ohne Gebühr |
| Banking-Plattform mit Sammelkonto (z. B. Getmomo) | Hausverwaltungen mit größerem Bestand | Kennzeichnung als offenes Treuhandkonto und Liste der Berechtigten pflegen |
| Kautionsbürgschaft statt Barkaution | Mieter, die kein Geld binden wollen | laufender Beitrag statt einmaliger Zahlung; Vermieter muss zustimmen |
| Kautionsdepot | Mietverhältnisse mit langer Laufzeit | abweichende Anlageform, die ausdrücklich vereinbart sein muss |
Eine vollständige Übersicht der Anbieter mit Konditionen steht unter Anbieter für Mietkautionskonten.
Smartmiete als direkter Ersatz
Am nächsten am weggefallenen DKB-Angebot liegt ein digitales Kautionskonto. Smartmiete vermittelt ein solches Konto der norwegischen Instabank ASA. Die relevanten Eckdaten aus den Vertragsbedingungen:
- Kontoinhaber ist der Vermieter, das Konto wird ausdrücklich als offenes Treuhandkonto geführt, wirtschaftlich berechtigt ist der Mieter.
- 0,1 % Verzinsung, variabel nach Preisliste der Bank, Gutschrift jährlich; die Zinsen werden mit der Kaution ausgezahlt.
- Keine Eröffnungs- und keine Jahresgebühr nach aktueller Anbieterangabe. Vertraglich zugesichert ist das nicht – die Bedingungen verweisen auf das Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank.
- Einlagensicherung über den norwegischen Sicherungsfonds, 100.000 Euro je Einleger. Bei einem offenen Treuhandkonto wird die Deckung dem wirtschaftlich Berechtigten zugerechnet, also dem Mieter.
- Kündigen kann nur der Vermieter, und die Auszahlung erfolgt ausschließlich auf seine Weisung.
Die ausführliche Einordnung samt Grenzen steht im Beitrag Smartmiete Treuhandkonto im Überblick.
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Was beim Wechsel zu tun ist
- Bestand sichten. Welche Kautionen liegen bei der DKB, welche Mietverhältnisse laufen aus? Nur für neue Mietverhältnisse wird ein Ersatz gebraucht.
- Neues Konto vor dem Mietbeginn eröffnen. Die erste Rate der Kaution ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig – das Konto sollte vorher stehen, sonst beginnt die Anlagepflicht vor dem Konto.
- Konditionen vergleichen, nicht nur Gebühren. Verzinsung, Kennzeichnung als Treuhandkonto, Auszahlungsweg und Nachweise für den Mieter gehören in denselben Vergleich.
- Bestehende DKB-Konten laufen lassen. Ein Wechsel vorhandener Kautionen bringt nichts: Er kostet Aufwand und verlangt die Mitwirkung des Mieters, weil die Anlageform Teil der Kautionsabrede ist.
- Mieter informieren, wo die neue Kaution liegt. Das erspart Nachfragen und ist bei der Rückzahlung ohnehin nachzuweisen.
Was am Ende auszuzahlen ist – Kaution plus Zinsen über die gesamte Mietzeit –, rechnet der Mietkaution-Zinsrechner aus.
Und für Mieter, die auf das Mietaval gesetzt haben
Das DKB-Mietaval war eine Bankbürgschaft: Die Bank verbürgte sich gegenüber dem Vermieter, der Mieter musste kein Geld hinterlegen. Auch dafür gibt es keine Neuabschlüsse mehr.
Der nächstliegende Ersatz ist eine Kautionsbürgschaft eines Versicherers – dieselbe Funktion, aber mit laufendem Beitrag statt einmaliger Bereitstellungsprovision. Wichtig bleibt: Der Vermieter muss der Bürgschaft zustimmen. Einen Anspruch darauf, die Barkaution durch eine Bürgschaft zu ersetzen, hat der Mieter nicht.
Fazit
Der Rückzug der DKB ist für private Vermieter ärgerlich, aber beherrschbar: Bestehende Konten laufen weiter, gebraucht wird ein Ersatz nur für neue Mietverhältnisse. Wichtiger als der Anbietername ist, dass die drei gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind – Anlage bei einem Kreditinstitut, Trennung vom Vermögen des Vermieters, Zinsen für den Mieter.
Wer eine digitale Lösung sucht, findet sie; wer ohnehin eine Bankverbindung hat, fährt mit einem Kautionskonto dort oft am unkompliziertesten. Die Grundlagen dazu stehen unter Mietkautionskonto und Kautionskonto für Vermieter.
Quellen
- DKB – Was muss ich zu Mietkautionen wissen? (Hinweis zu Neuabschlüssen)dkb.de
- DKB Finanzwissen – Mietkautionskontodkb.de
- § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de
- § 7 Abs. 4a EinSiG – Deckungssumme bei offenen Treuhandkontengesetze-im-internet.de
- Instabank/Smartmiete – Geschäftsbedingungen Mietkautionskonto Vermieter, Stand Juni 2025smartmiete.de
Berater, Webentwickler und seit über 15 Jahren mit dem deutschen Mietkautionsmarkt vertraut. Gründer von mietkautionskonto.info und weiteren unabhängigen Portalen rund um die Mietkaution.
