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DKB Kreditkarte

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer

Die DKB gibt zwei Karten aus, die beide „Visa“ heißen und trotzdem grundverschieden sind: eine Visa Debitkarte, die zum Girokonto gehört und nichts kostet, und eine Visa Kreditkarte für 2,49 Euro im Monat. Nur die zweite ist eine Kreditkarte im Wortsinn.

Der Unterschied entscheidet darüber, ob die Karte im Hotel akzeptiert wird, ob am Schalter Bargeld zu bekommen ist – und ob sich damit eine Mietkaution überbrücken lässt.

Die kurze Antwort

  • Visa Debitkarte: kostenlos, aber ohne Kreditrahmen. Beträge gehen sofort vom Girokonto ab.
  • Visa Kreditkarte: 2,49 Euro im Monat, dafür monatliche Sammelabrechnung und Fremdwährung durchgehend ohne Entgelt.
  • Das Girokonto kostet 4,50 Euro im Monat und ist frei mit Aktivstatus, unter 28 Jahren oder bei Eröffnung vor dem 14. September 2022.
  • „Weltweit kostenlos abheben“ gilt bei der Debitkarte nur mit Aktivstatus – ohne ihn fallen in Fremdwährung 2,20 Prozent an.
  • Für die Mietkaution taugt keine der beiden als Finanzierung.

Alle Angaben stammen aus den Preis- und Leistungsverzeichnissen der DKB (Konten, Stand 11. Mai 2026; Karten, Stand 1. Juni 2026).


Debitkarte oder Kreditkarte – der Unterschied

Bei einer Debitkarte wird jeder Umsatz sofort dem Girokonto belastet. Das ist übersichtlich, aber es gibt keinen Kreditrahmen: Was nicht auf dem Konto ist, lässt sich nicht ausgeben – abgesehen vom Dispositionskredit des Kontos.

Eine echte Kreditkarte sammelt die Umsätze und rechnet sie monatlich ab. Zwischen Zahlung und Belastung liegen Wochen, in denen der Betrag noch auf dem Konto steht.

Praktisch relevant wird der Unterschied dort, wo eine Karte nicht zum Zahlen, sondern als Sicherheit dient: Mietwagenstationen und Hotels reservieren einen Betrag auf der Karte. Manche akzeptieren dafür ausschließlich echte Kreditkarten. Wer darauf angewiesen ist, kommt mit der kostenlosen Debitkarte nicht immer durch.


Was die Karten kosten

Position Visa Debitkarte Visa Kreditkarte
Ausgabe kostenlos 2,49 € pro Monat
Kartenzahlung in Euro kostenlos kostenlos
Kartenzahlung in Fremdwährung 2,20 % – mit Aktivstatus kostenlos kostenlos
Bargeld in Euro kostenlos seitens der DKB
Bargeld in Fremdwährung 2,20 % – mit Aktivstatus kostenlos kostenlos seitens der DKB
Bargeld am Schalter nicht vorgesehen 3,00 %, mindestens 5,00 €
Mindestabhebebetrag 50,00 € 50,00 €
Ersatzkarte 3,15 € 4,98 €
Notfallbargeld weltweit 150,00 € – mit Aktivstatus kostenlos kostenlos
Glücksspiel-Umsätze 3,00 % zusätzlich 3,00 %

Optional gibt es daneben eine Girokarte für 0,99 Euro im Monat – sie ist nicht im Konto enthalten.

Bemerkenswert ist die Umkehrung bei den Fremdwährungen: Die kostenpflichtige Kreditkarte rechnet Auslandsumsätze immer ohne Entgelt ab, die kostenlose Debitkarte nur mit Aktivstatus. Wer viel im Nicht-Euro-Ausland zahlt und den Aktivstatus nicht sicher hält, fährt mit der 2,49-Euro-Karte unter Umständen günstiger.


Das Girokonto dahinter

Beide Karten setzen ein DKB-Girokonto voraus. Dessen Kontoführung kostet 4,50 Euro im Monat und entfällt in drei Fällen: mit Aktivstatus, bis zum 28. Geburtstag und bei Konten, die vor dem 14. September 2022 eröffnet wurden.

Der Aktivstatus verlangt mindestens 700 Euro Geldeingang im Monat, geprüft rückblickend über die jeweils letzten drei Monate; die Summe darf aus mehreren Gutschriften bestehen. Nicht als Eingang zählen unter anderem Wertpapiergeschäfte, Zinsgutschriften, Stornierungen, Rücküberweisungen sowie die Auszahlung von Krediten und Sparprodukten der DKB selbst. Neukunden bekommen den Status in den ersten drei Monaten automatisch.

Der Dispositionskredit liegt bei 8,51 Prozent p. a., mit Aktivstatus bei 7,91 Prozent p. a. Guthabenzinsen zahlt die DKB auf dem Girokonto nicht (0,00 Prozent p. a.).

Wer mehrere Konten führen will: Jedes Zusatzkonto kostet 2,50 Euro im Monat, und diese Gebühr erlässt der Aktivstatus nicht – er befreit ausdrücklich nur das Erstkonto.


Bargeld und Fremdwährung im Detail

Die verbreitete Verkürzung „bei der DKB hebt man weltweit kostenlos ab“ trifft nur die halbe Wahrheit.

  • In Euro ist die Abhebung seitens der DKB kostenlos – mit und ohne Aktivstatus.
  • In Fremdwährung berechnet die DKB bei der Debitkarte ohne Aktivstatus 2,20 Prozent vom Umsatz; mit Aktivstatus entfällt das. Die Visa Kreditkarte ist hier durchgehend frei.
  • „Seitens der DKB“ ist wörtlich zu nehmen: Automatenbetreiber können eigene Entgelte („Surcharges“) erheben. Sie werden vor der Auszahlung angezeigt, gelten mit der Auszahlung als akzeptiert und werden von der DKB nicht erstattet.
  • Der Mindestabhebebetrag beträgt 50 Euro.

Zu den EWR-Währungen zählen nach dem Preisverzeichnis derzeit: Euro, Dänische Krone, Isländische Krone, Norwegische Krone, Polnischer Zloty, Rumänischer Leu, Schwedische Krone, Schweizer Franken, Tschechische Krone und Ungarischer Forint.


Und die Mietkaution?

Diese Seite gehört zu einem Portal über Mietkautionen, deshalb die naheliegende Frage: Lässt sich die Kaution mit der Karte stemmen?

Mit der Debitkarte nicht. Sie hat keinen Kreditrahmen; verfügbar ist nur, was auf dem Konto liegt. Und die Kaution wird ohnehin nicht per Karte gezahlt, sondern überwiesen oder als Sicherheit gestellt.

Mit der Kreditkarte im Grunde auch nicht. Ihr Verfügungsrahmen ist kein Ratenkredit, und ein Kautionsbetrag von zwei- bis dreitausend Euro über die Kartenabrechnung zu schieben, verschiebt das Problem nur um einen Monat.

Wer die Kaution nicht sofort aufbringen kann, hat drei belastbarere Wege:

  • Ratenzahlung. Der Mieter darf die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen – ein Recht aus § 551 Abs. 2 BGB, das der Vermieter nicht abbedingen kann. Mehr dazu unter Mietkaution in drei Raten zahlen.
  • Kautionsbürgschaft. Statt Geld zu hinterlegen, bürgt eine Versicherung gegen eine Jahresgebühr.
  • Kautionskredit. Ein Ratenkredit ist planbarer und meist günstiger als ein ausgereizter Verfügungsrahmen.

Das DKB-Zusatzkonto ist übrigens ebenfalls kein Ersatz für ein Mietkautionskonto – die Bank nimmt für Kautionskonten und Mietavale seit einiger Zeit keine Neukunden mehr an.


Vorteile und Nachteile im Überblick

Dafür

  • Debitkarte ohne Jahresgebühr, im Girokonto enthalten
  • Girokonto kostenlos mit Aktivstatus, unter 28 oder als Altkonto
  • Bargeld in Euro seitens der DKB kostenlos
  • Mit Aktivstatus auch Fremdwährung ohne DKB-Entgelt, dazu Notfallbargeld und Notfallkarte gratis
  • Apple Pay und Google Pay, kontaktlos per Smartphone und Smartwatch
  • Card Control in der App: Einsatzbereiche einschränken, Push bei Umsätzen, Karte sperren
  • 3D-Secure-Verfahren für Onlinezahlungen

Dagegen

  • Nur zusammen mit einem DKB-Girokonto zu haben
  • Ohne 700 Euro Geldeingang kostet das Konto 4,50 Euro im Monat
  • Die Debitkarte hat keinen Kreditrahmen und wird als Sicherheit nicht überall akzeptiert
  • Fremdwährung ist bei der Debitkarte ohne Aktivstatus mit 2,20 Prozent belegt
  • Die echte Kreditkarte kostet 2,49 Euro im Monat, die Girokarte zusätzlich 0,99 Euro
  • Kein Guthabenzins auf dem Girokonto
  • Bargeld am Schalter kostet 3,00 Prozent, mindestens 5,00 Euro

Häufige Fragen zur DKB Kreditkarte

Können sich die 700€ auch aus mehreren Geldeingängen zusammensetzen?

Das DKB Girokonto ist kostenlos nutzbar, sofern ein monatlicher Geldeingang von 700€ stattfindet. Dieser Betrag kann sich auch aus unterschiedlichen Quellen zusammensetzen und ist nicht an bestimmte Konditionen gebunden. Wird das Konto nicht regelmäßig mit dem Geldeingang genutzt, so kostet dieses 4,50€/Monat und der Aktivstatus ist nicht mehr vorhanden.

Quellen

  1. DKB AG – Preis- und Leistungsverzeichnis Karten, Stand 1. Juni 2026dok.dkb.de
  2. DKB AG – Preis- und Leistungsverzeichnis Konten, Stand 11. Mai 2026dok.dkb.de
  3. DKB – Deine Vorteile mit dem Aktivstatusdkb.de
  4. DKB – Wann ist mein Girokonto kostenlos?dkb.de
  5. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten (Ratenzahlung, Abs. 2)gesetze-im-internet.de