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Baloise Mietkaution (ehemals Basler): Kosten, Ablauf und Konditionen

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer

BaloiseDie Baloise bietet eine Mietkautionsbürgschaft an, mit der Mieter die Kaution hinterlegen können, ohne die Summe bar aufzubringen. Der Anbieter ist einer der wenigen, die das Produkt seit Jahren unverändert im Programm führen — allerdings unter wechselnden Namen.

Basler, Baloise, Helvetia — wer steht dahinter?

Die Namensfolge sorgt regelmäßig für Verwirrung, deshalb vorab:

  • Die Basler Versicherungen traten ab 2017 unter dem Konzernnamen Baloise auf.
  • Seit dem Zusammenschluss mit Helvetia gehört das Geschäft zur Helvetia Baloise Gruppe; die frühere Adresse baloise.de leitet inzwischen auf helvetia.de weiter.
  • Risikoträger der Bürgschaft ist unverändert die Basler Sachversicherungs-Aktiengesellschaft.

Für bestehende Verträge ändert sich dadurch nichts. Wer eine ältere Urkunde mit dem Aufdruck „Basler“ besitzt, muss nichts unternehmen — sie bleibt gültig.

Die Konditionen im Überblick

Merkmal Angabe
Jahresbeitrag 4,3 % der Kautionssumme
Mindestbeitrag 39 € im Jahr (ab 3,25 € im Monat)
Höchste Kautionssumme 10.000 €
Bonitätsprüfung ja, automatisiert online
Laufzeit keine Mindestlaufzeit, tägliches Kündigungsrecht
Einspruchsfrist im Anforderungsfall vier Wochen
Zielgruppe private Mietverhältnisse

Bei einer Kaution von 1.500 € sind das 64,50 € im Jahr, bei 3.000 € rund 129 €. Unterhalb einer Kautionssumme von etwa 900 € greift der Mindestbeitrag von 39 €. Stand September 2026 — maßgeblich sind die Angaben des Anbieters bei Abschluss.

Wie der Abschluss abläuft

  1. Online beantragen mit den Daten zu Mietobjekt, Vermieter und Kautionshöhe.
  2. Bonitätsprüfung — sie läuft automatisiert; eine Ablehnung ist bei negativen Merkmalen möglich.
  3. Versicherungsschein sofort per E-Mail.
  4. Bürgschaftsurkunde nach Zahlung der ersten Jahresprämie, wahlweise per E-Mail oder Post.
  5. Übergabe an den Vermieter — mit ihr ist die Kaution geleistet.

Was im Anforderungsfall passiert

Hier liegt der Punkt, den viele Mieter unterschätzen. Eine Kautionsbürgschaft ist keine Versicherung für den Mieter. Sie ist eine Sicherheit für den Vermieter.

Fordert der Vermieter die Kaution an, läuft eine vierwöchige Einspruchsfrist, in der der Mieter widersprechen kann. Bleibt der Widerspruch aus, zahlt der Versicherer auf erstes Anfordern an den Vermieter — und holt sich den Betrag anschließend beim Mieter zurück. Wer die Forderung für unberechtigt hält, muss also innerhalb dieser vier Wochen reagieren.

Bei der Barkaution ist die Lage umgekehrt: Dort liegt das Geld beim Vermieter, und dieser muss seine Ansprüche geltend machen. Die Bürgschaft verschiebt die Beweislast faktisch zum Mieter — der Preis für die geschonte Liquidität.

Kündigung und Rückgabe

Die Bürgschaft ist täglich kündbar und hat keine Mindestlaufzeit. Wirksam wird die Beendigung aber erst, wenn der Vermieter der Entlassung zustimmt beziehungsweise die Urkunde im Original zurückgibt — solange sie bei ihm liegt, läuft der Beitrag weiter.

Am Ende des Mietverhältnisses gilt deshalb dieselbe Regel wie bei jeder anderen Bürgschaft: die Urkunde aktiv zurückfordern. Wie das abläuft, steht unter Rückgabe der Mietkautionsbürgschaft.

Für wen sich das Angebot eignet

  • Beim Wohnungswechsel, wenn die alte Kaution noch nicht zurückgezahlt ist, die neue aber fällig wird. Die Bürgschaft überbrückt, bis das alte Geld da ist; danach lässt sie sich kündigen und durch eine Barkaution ersetzen.
  • Bei knapper Liquidität, wenn drei Nettokaltmieten auf einmal nicht verfügbar sind.
  • Nicht sinnvoll bei kleinen Kautionen unter etwa 900 €, weil dort der Mindestbeitrag greift, und nicht bei langen Mietverhältnissen mit vorhandenem Kapital — über zehn Jahre summieren sich 4,3 % im Jahr auf mehr als vier Zehntel der Kautionssumme, ohne dass davon etwas zurückkommt.

Voraussetzung bleibt in jedem Fall, dass der Vermieter die Bürgschaft akzeptiert. Einen Anspruch darauf gibt es nicht: § 551 BGB gibt dem Mieter das Recht auf Ratenzahlung, nicht auf eine bestimmte Sicherungsform.

Alternativen und Vergleich

Die Beitragssätze der Anbieter liegen dicht beieinander, die Mindestbeiträge und Höchstsummen unterscheiden sich dagegen deutlich — bei kleinen Kautionen entscheidet der Mindestbeitrag, bei großen die Obergrenze. Vergleichen Sie deshalb mit der konkreten Kautionssumme:

+
baloise
baloise - 4.3% der Kautionssumme
MietkautionJährliche KostenMonatliche Kosten
750€ 32,25€2,69€
1000€ 43,00€3,58€
1500€ 64,50€5,38€
2000€ 86,00€7,17€
2500€ 107,50€8,96€
3000€ 129,00€10,75€
3500€ 150,50€12,54€
5000€ 215,00€17,92€
7000€ 301,00€25,08€
9000€ 387,00€32,25€

Wer die Kaution nicht verbürgen, sondern anlegen will, findet die Alternativen unter Mietkautionskonto und Mietkautionsdepot. Einen Überblick über alle Anbieter von Bürgschaften gibt die Anbieterübersicht; für gewerbliche Mietverhältnisse gelten eigene Konditionen.

Häufige Fragen zur Mietkaution der Baloise

Was kostet die Mietkaution der Baloise?

4,3 Prozent der Kautionssumme im Jahr, mindestens 39 € (ab 3,25 € im Monat). Bei 1.500 € Kaution sind das 64,50 € im Jahr, bei 3.000 € rund 129 €. Unter etwa 900 € Kautionssumme greift der Mindestbeitrag. Stand September 2026.

Bis zu welcher Höhe verbürgt die Baloise die Kaution?

Bis zu einer Kautionssumme von 10.000 €. Das Angebot richtet sich an private Mietverhältnisse; für gewerbliche Objekte gelten andere Anbieter und höhere Sätze.

Heißt der Anbieter jetzt Basler, Baloise oder Helvetia?

Alle drei Namen gehören zusammen: Aus den Basler Versicherungen wurde die Marke Baloise, die inzwischen zur Helvetia Baloise Gruppe gehört – die Adresse baloise.de leitet auf helvetia.de weiter. Risikoträger der Bürgschaft ist unverändert die Basler Sachversicherungs-Aktiengesellschaft. Ältere Urkunden mit dem Aufdruck „Basler“ bleiben gültig.

Wird die Bonität geprüft?

Ja, automatisiert online im Antragsprozess. Bei negativen Merkmalen ist eine Ablehnung möglich. Wer eine Bürgschaft ohne Bonitätsprüfung sucht, findet die Alternativen auf der Seite zur Mietkautionsbürgschaft ohne SCHUFA.

Was passiert, wenn der Vermieter die Kaution anfordert?

Der Mieter hat vier Wochen Zeit, Einspruch zu erheben. Bleibt der aus, zahlt der Versicherer auf erstes Anfordern an den Vermieter und fordert den Betrag anschließend vom Mieter zurück. Eine Kautionsbürgschaft ist keine Versicherung für den Mieter, sondern eine Sicherheit für den Vermieter.

Kann man die Bürgschaft jederzeit kündigen?

Es gibt keine Mindestlaufzeit und ein tägliches Kündigungsrecht. Wirksam beendet ist die Bürgschaft aber erst, wenn der Vermieter der Entlassung zustimmt oder die Urkunde im Original zurückgibt – bis dahin läuft der Beitrag weiter.

Muss der Vermieter eine Kautionsbürgschaft akzeptieren?

Nein. § 551 BGB gibt dem Mieter das Recht, die Kaution in drei Monatsraten zu zahlen, aber keinen Anspruch auf eine bestimmte Sicherungsform. Die Bürgschaft setzt deshalb immer das Einverständnis des Vermieters voraus.

Quellen

  1. Helvetia/Baloise – Fragen und Antworten zur Mietkautionhelvetia.de
  2. Helvetia/Baloise – Ratgeber Mietkautionsversicherunghelvetia.de
  3. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de
  4. § 765 BGB – Vertragstypische Pflichten bei der Bürgschaftgesetze-im-internet.de

Berater, Webentwickler und seit über 15 Jahren mit dem deutschen Mietkautionsmarkt vertraut. Gründer von mietkautionskonto.info und weiteren unabhängigen Portalen rund um die Mietkaution.