mietkaution.org

R+V Mietversicherung von der R&V zur Mietkautionsbürgschaft

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer

Die R+V Versicherung gehört zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Gegründet 1922 als Raiffeisen Versicherungsgesellschaft, firmiert sie seit 1973 unter dem heutigen Namen und ist über die Volks- und Raiffeisenbanken flächendeckend vertreten.

Ein Risikoträger, viele Marken

Wer nach einer „R+V Mietkautionsversicherung“ sucht, findet lange kein Produkt dieses Namens. Der Grund liegt in der Arbeitsteilung des Marktes: R+V trägt das Ausfallrisiko, den Vertrieb übernehmen spezialisierte Marken.

Für Mieter heißt das: Auf der Bürgschaftsurkunde steht der Versicherer, im Antragsformular die Vertriebsmarke. Beide gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.

Welche Marken auf R+V aufsetzen

Die Konditionen unterscheiden sich zwischen den Marken, obwohl der Risikoträger derselbe ist – der Vergleich lohnt sich also auch innerhalb der R+V-Familie:

+

Der Unterschied, der im Ernstfall zählt

R+V-basierte Bürgschaften sind ausdrücklich nicht „auf erstes Anfordern“ zahlbar. Das ist der praktisch wichtigste Unterschied zu manchem Wettbewerber.

  • Auf erstes Anfordern: Der Bürge zahlt, sobald der Vermieter es verlangt. Ob die Forderung berechtigt war, wird erst danach geklärt – das Geld ist zunächst weg, und der Mieter muss es zurückholen.
  • Mit regulärer Prüfung: Der Versicherer sieht sich die Forderung an, bevor er zahlt. Für Mieter der bessere Schutz, für Vermieter der langsamere Weg.

Ein zweiter Unterschied betrifft die Transparenz: Anders als bei der Allianz gibt es für die R+V-Produkte keine öffentlich einsehbare Tariftabelle – der Beitrag hängt von der jeweiligen Vertriebsmarke ab. Als Richtwert gelten 4,7 Prozent der Kautionssumme, bei einem Mindestbeitrag von rund 50 Euro im Jahr.


Gewerbe: das eigene Geschäft der R+V

Für Firmenkunden bietet R+V die Kautionsversicherung unter eigenem Namen an – als Teil der allgemeinen Kautionsversicherung (KTV). Das ist kein Mietkautionsprodukt im engeren Sinn, sondern eine im Rahmen eingeräumter Linien frei ausgestaltbare Versicherung, die unter anderem eine Mietkaution für Gewerberäume ersetzen kann.

Weil bei Gewerbemietverträgen die Höchstgrenze von drei Nettokaltmieten nicht gilt, geht es dort um andere Beträge – und um Linien statt Einzelverträge.


Wer sonst noch hinter den Marken steht

Zur Einordnung der übrigen großen Anbieter, Stand September 2026:

Marke Risikoträger Jahresbeitrag
Kautel, kautionsfrei.de, Eurokaution R+V Richtwert 4,7 %
Deutsche Kautionskasse (Moneyfix) Allianz 4,7 %
heysafe (früher Kautionsfuchs) AXA 4,3 %

Angaben vor Abschluss beim jeweiligen Anbieter prüfen – die Zuordnungen ändern sich.


Was eine Bürgschaft leistet – und was nicht

Der Mieter spart die Kapitalbindung, nicht die Kaution. Nimmt der Vermieter die Bürgschaft in Anspruch, zahlt der Versicherer und nimmt anschließend nach § 774 BGB Rückgriff beim Mieter. Der Beitrag kauft also Liquidität, keine Schadenübernahme.

Und der Vermieter muss mitspielen: Ist im Mietvertrag eine Geldsumme vereinbart, ersetzt eine Bürgschaft sie nur mit seiner Zustimmung (§ 551 Abs. 3 Satz 2 BGB).

Quellen

  1. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de
  2. § 765 BGB – Vertragstypische Pflichten bei der Bürgschaftgesetze-im-internet.de
  3. § 774 BGB – Gesetzlicher Forderungsübergang auf den Bürgengesetze-im-internet.de