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Commerzbank Mietkautionskonto: Kosten, Eröffnung und Zinsen im Check

Veröffentlicht am Aktualisiert am Von Ulf Mayer

Commerzbank MietkautionDie Commerzbank gehört zu den Banken, die das Mietkautionskonto nicht aus dem Programm genommen haben – anders als Postbank, Deutsche Bank oder Santander. Angeboten werden zwei Varianten: die Mieter-Mietkaution, die auf den Namen des Mieters läuft und an den Vermieter verpfändet wird, und die Vermieter-Mietkaution, die der Vermieter treuhänderisch auf seinen Namen führt.

Beides sind Sparkonten, keine eigens für die Kaution entwickelten Produkte. Diese Seite ordnet ein, was die Eröffnung kostet, warum sie nicht online funktioniert und welche Zinsen realistisch zu erwarten sind.

Konditionen im Überblick

Position Commerzbank Mietkautionskonto
Kontoart Sparkonto, wahlweise auf den Namen des Mieters oder des Vermieters
Eröffnung per Post oder in der Filiale – keine Online-Strecke
Girokonto nötig? nein
Einrichtung einmalig 59,00 € – für Mieter- wie Vermieter-Kautionskonto
Papierauszug 0,94 € je Jahresauszug, 1,35 € je Monatsauszug – kostenfrei über das Elektronische Postfach
Einzahlung nur in einer Summe, Ratenzahlung nicht vorgesehen
Verzinsung Sparzins des jeweiligen Kontomodells, im Bereich der Nachkommastelle
Kündigungsfrist drei Monate, Verfügungen bis 2.000 € pro Monat ohne Vorschusszinsen
Einlagensicherung gesetzlich 100.000 € je Kunde (§ 8 EinSiG), zusätzlich Einlagensicherungsfonds des BdB

Wer online abschließen will, ist hier falsch. Das Commerzbank-Kautionskonto verlangt Papier und Postweg oder einen Filialtermin. Wer die Kaution ohne Filiale anlegen möchte, findet die Anbieter im Mietkautionskonto-Vergleich – darunter mehrere, die kostenlos führen und vollständig digital eröffnet werden.

Was die Eröffnung kostet

Auf ihren Serviceseiten schreibt die Commerzbank nur, dass „bei der Eröffnung eines Mietkautionskontos Gebühren anfallen“. Die Zahl steht im Preis- und Leistungsverzeichnis unter Abschnitt „4. Mietkautionen“ (Seite 5, Stand 1. September 2026):

Position Entgelt
Eröffnung Mietkautionskonto Mieter (bei Eröffnung ab 01.09.2021) einmalig 59,00 €
Eröffnung Mietkautionskonto Vermieter (bei Eröffnung ab 01.09.2021) einmalig 59,00 €
papierhafter Jahresauszug statt Elektronischem Postfach 0,94 € je Auszug
papierhafter Monatsauszug statt Elektronischem Postfach 1,35 € je Auszug

Das Entgelt heißt im Verzeichnis Bearbeitungsentgelt für die Eröffnung und fällt pro Kontoeröffnung an – für die Mieter- und die Vermieter-Variante gleichermaßen. Eine laufende Kontoführungsgebühr für das Kautionskonto führt das Verzeichnis nicht auf.

Zwei Punkte, die in der Zahl leicht untergehen:

  • Wer den Auszug auf Papier will, zahlt dauerhaft mit. 1,35 Euro je Monatsauszug sind über zehn Jahre Mietdauer rund 162 Euro – ein Vielfaches der Einrichtungsgebühr. Über das Elektronische Postfach kostet der Auszug nichts.
  • Die 59 Euro stehen einem sehr kleinen Zinsertrag gegenüber. Bei einer Kaution von 1.500 Euro auf einem Sparkonto zum üblichen Sparzins liegt der Ertrag im niedrigen einstelligen Eurobereich pro Jahr. Die Eröffnungsgebühr frisst damit den Zinsertrag mehrerer Jahre auf – und § 551 Abs. 3 BGB spricht die Zinsen dem Mieter zu, nicht dem Vermieter.

Wer die Kosten trägt

Die Anlage der Kaution liegt im Interesse beider Seiten, das Konto läuft bei der Mieter-Mietkaution aber auf den Namen des Mieters – und damit trägt in der Praxis der Mieter die Einrichtungsgebühr. Verlangt der Vermieter ausdrücklich ein Konto bei einer bestimmten Bank mit Einrichtungsentgelt, ist die Kostenfrage verhandelbar: § 551 BGB verpflichtet den Vermieter zur verzinslichen Anlage, nicht den Mieter zur Wahl eines kostenpflichtigen Produkts. Mehr dazu unter Mietkaution richtig anlegen.

Ratenzahlung ist bei diesem Konto ausgeschlossen

Ein Punkt, der in Vergleichen selten auftaucht und in der Praxis regelmäßig für Ärger sorgt: Die Commerzbank schreibt für die Mieter-Mietkaution ausdrücklich, der Kautionsbetrag müsse in einer Summe überwiesen werden – „eine Ratenzahlung ist nicht möglich“.

Das steht dem Recht des Mieters aus § 551 Abs. 2 BGB gegenüber, die Kaution in drei gleichen Monatsraten zu leisten. Ein Widerspruch ist das nicht, weil sich dieses Recht gegen den Vermieter richtet und nicht gegen die Bank. Praktisch heißt es aber: Wer die Raten nutzen will, kann das Commerzbank-Kautionskonto erst einrichten, wenn die volle Summe zusammen ist – oder er weicht auf einen Anbieter aus, der Teilzahlungen auf das Kautionskonto zulässt. Wie das Ratenrecht funktioniert, steht unter Mietkaution in drei Raten zahlen.

Das Sparkonto als Kautionskonto

Bei dem Sparkonto der Commerzbank handelt es sich um ein Konto mit Karte, über die an den Geldautomaten der Cash Group Barauszahlungen möglich sind. Bei der Verwendung als Kautionskonto wird deshalb neben der Verpfändung zugunsten des Vermieters auch die Übergabe der SparCard beziehungsweise des Sparbuchs relevant – sonst könnte der Mieter trotz Verpfändung über das Guthaben verfügen.

Das Guthaben unterliegt der dreimonatigen Kündigungsfrist. Abhebungen bis 2.000 Euro pro Monat sind ohne Vorschusszinsen möglich; für ein verpfändetes Kautionskonto ist das ohne Bedeutung, weil der Mieter während der Mietzeit gerade nicht verfügen können soll.

Zinsen: Sparkonto und Topzinskonto Plus

Für die Verzinsung sind zwei Produkte im Gespräch – und beide taugen nur eingeschränkt als Kautionsanlage.

Das Sparkonto verzinst zum jeweils gültigen Sparzins. Der liegt seit Jahren im Bereich der Nachkommastelle und deckt die Einrichtungsgebühr über eine übliche Mietdauer nicht ab.

Das Topzinskonto Plus, das Tagesgeld der Commerzbank, wirbt (Stand September 2026) mit 2,25 Prozent p. a. Der Haken steckt in den Bedingungen: Der Satz gilt für neu übertragenes Geld und nur für zwölf Monate, danach fällt die Verzinsung auf den regulären Satz von rund 0,75 Prozent p. a. Beide Sätze sind variabel und jederzeit änderbar. Eine Mietkaution liegt typischerweise mehrere Jahre – der Aktionszins prägt also allenfalls das erste Jahr. Wer mit 2,25 Prozent über die gesamte Mietdauer rechnet, rechnet falsch.

Hinzu kommt: Ein Tagesgeldkonto ist täglich verfügbar. Als Mietsicherheit taugt es nur, wenn es wirksam verpfändet und die Verfügung des Mieters gesperrt ist. Ob und zu welchen Konditionen die Commerzbank ein Topzinskonto zugunsten eines Vermieters verpfändet, klären Sie vor der Eröffnung: Unter „4. Mietkautionen“ führt das Preis- und Leistungsverzeichnis nur die beiden Kautionskonten auf, ein Entgelt für die Verpfändung eines Tagesgeldkontos ist dort nicht geregelt.

Kautionskonto vergleichen lohnt sich

Neben der Commerzbank bieten weitere Banken Kautionskonten an – online wie offline, mit sehr unterschiedlichen Gebühren. Der Rechner stellt Zinsertrag und Kosten für Ihre Kautionshöhe gegenüber:

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Mietkautionskonto ohne Girokonto

Ein Girokonto bei der Commerzbank ist nicht Voraussetzung für das Kautionskonto. Die Eröffnung ist auch ohne bestehende Kundenbeziehung möglich – per Post mit Eröffnungsformular, Mietvertragskopie und Legitimation oder mit einem Filialtermin.

Wer die Bankverbindung ohnehin wechseln möchte, findet beim GiroKonto der Commerzbank derzeit eine Neukundenaktion: bis zu 200 Euro Prämie bei Online-Eröffnung (100 Euro Startguthaben, weitere 100 Euro über die Kunden-werben-Kunden-Aktion), befristet bis 31. Oktober 2026. Bedingung für das Startguthaben sind unter anderem kein Commerzbank-Girokonto in den letzten 24 Monaten und drei Monate lang mindestens fünf Buchungen über je 25 Euro.

Wichtig für die Einordnung: Das GiroKonto ist drei Monate kostenfrei und kostet danach 4,90 Euro pro Monat; entgeltfrei wird es erst ab 50.000 Euro Anlagevermögen. Über ein Jahr gerechnet steht der Prämie also eine Kontoführung von rund 44 Euro gegenüber.

Zum GiroKonto der Commerzbank*

Auflösung des Kautionskontos

Die Auflösung läuft in drei Schritten:

  1. Nach dem Auszug und der Abnahme der Wohnung fordert der Mieter die Verpfändungserklärung beim Vermieter zurück.
  2. Der Vermieter gibt die Erklärung und – falls vorhanden – Sparbuch beziehungsweise SparCard heraus.
  3. Der Mieter reicht die Unterlagen bei der Bank ein und beantragt die Auflösung. Das Guthaben geht auf ein Referenzkonto.

Wie lange der Vermieter dafür Zeit hat und wann er einen Teil einbehalten darf, steht unter Rückzahlung der Mietkaution und Mietkaution einbehalten.

Alternativen zum Commerzbank-Kautionskonto

  • Kostenfreie Online-Kautionskonten: Mehrere Anbieter führen das Konto ohne Einrichtungs- und Kontoführungsentgelt und verzinsen es – die Übersicht steht im Mietkautionskonto-Vergleich, ein digitales Beispiel unter Smartmiete-Treuhandkonto.
  • Kautionssparbuch bei Sparkasse oder Volksbank: derselbe Filialweg, regional unterschiedliche Gebühren – siehe Sparkasse Mietkautionssparbuch.
  • Mietkautionsdepot: Fondsanteile statt Sparzins, mit Marktrisiko – siehe Mietkautionsdepot.
  • Mietkautionsbürgschaft: keine Hinterlegung, dafür laufender Beitrag von rund 4,7 Prozent der Kautionssumme pro Jahr – siehe Mietkautionsbürgschaft. Lohnt sich nur, wenn das Geld nicht verfügbar ist oder anderweitig mehr einbringt.

Häufige Fragen zum Mietkautionskonto der Commerzbank

Wie funktioniert die Kündigung bei dem Kautionssparbuch der Commerzbank?

Eine Auflösung und Kündigung erfolgt in den folgenden 3 Schritten: 1. Zunächst fordert der Mieter die Verpfändungserklärung vom Vermieter zurück, nachdem der Auszug stattgefunden hat und keine Kosten mehr offen sind 2. Der Vermieter überreicht die Verpfändungserklärung und ggf. das Sparbuch, sofern das Konto mit einem physischen Sparbuch angelegt wurde 3. Der Mieter sendet diese Dokumente der Bank zu oder reicht diese in der Filiale ein und beantragt die Auflösung und Kündigung des Kontos. Anschließend wird der Kautionsbetrag auf ein Referenzkonto überwiesen und das Konto ist erfolgreich aufgelöst und gekündigt.

Kann ich die Mietkaution bei der Commerzbank in drei Raten zahlen?

Nein. Die Commerzbank verlangt für das Mieter-Mietkautionskonto, dass der Kautionsbetrag in einer Summe überwiesen wird; eine Ratenzahlung ist bei diesem Konto nicht vorgesehen. Das Recht aus § 551 Abs. 2 BGB, die Kaution in drei Monatsraten zu leisten, bleibt davon unberührt – es richtet sich gegen den Vermieter, nicht gegen die Bank. Wer es nutzen möchte, sammelt die Raten auf einem eigenen Konto an und richtet das Kautionskonto ein, sobald die volle Summe zusammen ist, oder wählt einen Anbieter, der Teilzahlungen zulässt.

Kann man ein Mietkautionskonto bei der Commerzbank online eröffnen?

Nein. Die Commerzbank stellt Eröffnungsformular und vorvertragliche Informationen zum Download bereit; eingereicht werden sie per Post an die Commerzbank AG, Kaiserstraße 16, 60281 Frankfurt, oder in einer Filiale. Eine durchgängige Online-Strecke gibt es für das Mietkautionskonto nicht.

Quellen

  1. Commerzbank – Informationen zum Mietkautionskontocommerzbank.de
  2. Commerzbank – Mietkaution eröffnen (Mieter- und Vermieter-Mietkaution)commerzbank.de
  3. Commerzbank – Preis- und Leistungsverzeichnis, Stand 1. September 2026, Seite 5 (Abschnitt „4. Mietkautionen")commerzbank.de
  4. Commerzbank – GiroKonto eröffnen, Konditionen und Prämiecommerzbank.de
  5. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheitengesetze-im-internet.de
  6. § 8 EinSiG – Deckungssumme der gesetzlichen Einlagensicherunggesetze-im-internet.de

Berater, Webentwickler und seit über 15 Jahren mit dem deutschen Mietkautionsmarkt vertraut. Gründer von mietkautionskonto.info und weiteren unabhängigen Portalen rund um die Mietkaution.