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Growney Seit der Mietrechtsreform 2001 ist es möglich die Mietkaution nicht nur auf einem Sparkonto oder Sparbuch zu hinterlegen, sondern diese auch in Absprache zwischen Mieter und Vermieter in alternativen Formen zu leisten. Rund 20 Jahre später befinden wir uns in einer Null-Zins Phase, klassische Sparbücher bieten keine Guthabenzinsen mehr und viele Sparer nutzen ETF-Sparpläne oder ETF-Fonds um Ihr Vermögen und Ihren Spargroschen in Zeiten von Negativzinsen (auch bekannt unter dem Begriff Verwahrentgelt) durch die Inflation nicht in der Kaufkraft zu senken.

Und genau für diese Situation bietet sich ebenfalls die Mietsicherheit von growney an. Viele Mieter kennen die Situation: Man zieht in eine neue Wohnung, es werden 3 Monatsmieten an Kaution verlangt, welche dann auf einem Sparkonto für die komplette Mietdauer liegen und keine Zinsen bringen. Mit einem Kautionsdepot ist es möglich, die Kautionssumme in ETF-Fonds zu investieren und somit den Strafzinsen zu entgehen.

Wie funktioniert die Growney Mietkaution?

Growney bietet ein Mietkautionsdepot auf Basis Ihres Anlageberaters (Robo-Advisor) an. Als Kunde wählt man zunächst eine Anlagestrategie, diese wird durch verschiedene Fragen ermittelt und kann individuell nach dem eigenen Risikoempfinden angepasst werden.

Ja nach Anlagestrategie werden unterschiedliche Anteile in Aktien ETF-Fonds oder Anleihen ETF-Fonds ausgewählt, in welche investiert werden soll. Als Kunde legt man damit ein neues Depot online an, dieses wird bei der Sutor Bank aus Hamburg verwahrt. Nun wird die Kautionssumme in verschiedene ETF-Fonds investiert, es werden als Anteile von mehreren ETF-Fonds gekauft.

Nachdem die ETF-Fonds Anteile auf dem Depot gut geschrieben wurden, wird dieses Depot an den Vermieter mithilfe einer Verpfändungserklärung verpfändet. Der Vermieter kann also im Schadensfall darauf zugreifen und die Anteile werden verkauft, um mit dem Geld genau wie bei einem Sparkonto den Schaden zu begleichen.

Die Anlage in ETF-Fonds wird durch Growney denkbar einfach gemacht, die Kosten sind transparent und aufgrund der ausgezeichneten Leistungen wurde Growney auch bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt von der Stiftung Warentest im Robo-Advisor Finanztest.

Für wen eignet sich ein Kautionsdepot von growney?

Ein Kautionsdepot eignet sich nicht für alle Mieter, es hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Der Vermieter muss damit einverstanden sein, da die Werte auch schwanken können
  • Der Mieter sollte die Kautionssumme für die Investition verfügbar haben, es ist also kein Ersatz für eine Kautionsversicherung
  • Die Mietdauer ist idealerweise längerfristig (3 Jahre oder mehr) um Kursschwankungen langfristig auszugleichen

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so spricht nichts gegen eine Anlage in ETF-Fonds für die Mietsicherheit.

Was hat der Vermieter von einem Kautionsdepot?

Traditionell hat der Vermieter die Mietkaution auf einem Sparbuch hinterlegt, in der Regel ein offenes Treuhandkonto oder ein Sparbuch, welches einen Sperrvermerk enthalten hatte. Im Schadensfall konnte der Vermieter damit zur Bank gehen und seine Ansprüche geltend machen, als Teile oder die komplette Kaution einbehalten um einen Schaden an der Immobilie richten zu lassen. Auch für die Nebenkostenabrechnung nach dem Auszug wird häufig noch die Kaution einbehalten, bis diese beglichen wurde.

Ein Kautionsdepot scheint so zunächst eine komplizierte Form der Kaution für den Vermieter darzustellen, weil erst die Fondsanteile veräußert werden müssen, bevor das Geld liquide ist. Auch wenn der Vermieter hiervon wenig mit bekommt, da dies durch die Bank geschieht, gibt es jedoch 2 wesentliche Vorteile:

  1. Die Inflation lässt die Kaufkraft der Kaution über Jahre nicht weniger werden, da in Sachwerte investiert wird
  2. Wenn die Fondswerte im Wert steigen, hat der Vermieter auf die gestiegen Kaution im Schadensfall ein Anrecht

Wenn ansonsten die Kaution auf 3 Monatsmieten limitiert ist und der Vermieter in einem höheren Schadensfall zunächst zivilrechtlich bzgl. der Mehrkosten vorgehen musste, so bietet die fondsgestützt Kaution die Möglichkeit langfristig eine höhere Kaution zu realisieren.

Was passiert im Schadensfall bei einem Kautionsdepot?

Eine der häufigsten Fragen besteht darin, wie in einem Schadensfall mit dem Kautionsdepot verfahren wird. Diese Frage ist aus zwei Perspektiven interessant:

  1. Ist die initial eingezahlte Kaution noch mit dem Wert verfügbar?
  2. Müssen die Fondsanteile verkauft/liquidiert werden?

Wie bei allen Investitionen an der Börse, können die Werte im Buchwert steigen und fallen, unabhängig davon für welchen Geldwert diese vorab gekauft wurden. Hat man nun bspw. nach einer kurzen Anlagephase einen gesunkenen Buchwert, so kann es vorkommen dass bei einem Verkauf nicht die initial hinterlegte Kautionssumme wieder verfügbar ist. Langfristig gesehen, sofern man auf weltweit steigende Märkte setzt, sollten die Werte im Buchwert steigen und dadurch diese Situation verhindert werden.

Ob die Fondsnanteile verkauft werden, oder schlicht in das Depot des Vermieters übertragen werden ist eine Frage der Absprache. In der Regel möchte der Vermieter liquide Mittel haben, mit denen eine Rechnung vom handwerker bezahlt werden kann. Möchte man als Mieter den Verkauf der verpfändeten Anteile vermeiden, so lohnt sich vorab und zum Zeitpunkt des Schadens ein klärendes Gespräch um bspw. Alternativen zu finden.

Was kostet die Mietkaution von Growney?

In der Regel übernimmt der Vermieter die Kosten für die Mietkaution – allerdings nur, wenn dieser auch die Kaution anlegt. Bei dem Kautionsdepot ist es anders, da der Mieter dieses anlegt.

Als Mieter bezahlt man einmalig für die Verpfändung des Depots eine Gebühr von € 29,75. Growney berechnet eine Servicegebühr von 0,68 % pro Jahr, zusätzlich kommen noch Fondsgebühren in Höhe von 0,16 % bis 0,23 % pro Jahr dazu. Die Kosten trägt in diesem Fall der Mieter, gleichzeitig steht Ihm auch die zu erwartende Rendite zu, welche je nach Anlagestrategie zwischen 1,87% und 6,84% von Growney angegeben wird.

Ein Beispiel: Man legt eine Kaution in Höhe von 3.000€ an, zahlt hierfür pro Jahr max. 0,91%, also 27,30€ und erhält eine durchschnittliche Rendite von 4% – das wären dann 120€ pro Jahr. So würde man mit der Anlage im ersten Jahr, abzüglich der Verpfändungsgebühr bei einer Wertentwicklung von 4% eine Rendite von 92,70€ erzielen. Vergleicht man dies mit einem kostenlosen Kautionskonto, bei dem man 0,01% Zinsen (in dem Beispiel 0,30€) erhält, so kann sich dies für viele Mieter lohnen, die Kosten zu übernehmen.